
Kronen Zeitung
NACH 202 TAGEN IM AMT
Austria-Paukenschlag: Michael Wagner tritt zurück!
Paukenschlag in Favoriten! Michael Wagner ist als Sportdirektor bei der Wiener Austria auf eigenen Wunsch zurückgetreten. Der 50-Jährige war zuvor zweieinhalb Jahre Mitglied des Verwaltungsrats, durchlief den gesamten Nachwuchs, stand für die Profis insgesamt 275-mal auf dem Platz und holte mit den Violetten drei Titel.
Am 11. November trat Wagner die Nachfolge von Manuel Ortlechner an, 202 Tage später zog er nun die Reißleine. Wagner und Tomas Zorn, der von der Investorengruppe WTF um Jürgen Werner vorgeschlagen, im Jänner vom Aufsichtsrat zum Sportvorstand gewählt, somit zu Wagners Vorgesetztem wurde, teilten nicht immer die gleiche Meinung.
Auch bei Transfers gingen Ansichten nicht selten weit auseinander, nach dem Rücktritt von Sportvorstand Werner und der Trennung von Ortlechner schlug die Austria einen neuen Weg, den im Lager der Veilchen nicht jeder zu 100 Prozent mitgeht, ein.
„Da sich die Rahmenbedingungen seit meiner Bestellung zum Sportdirektor geändert haben, habe ich mich dazu entschlossen, meine Tätigkeit als Sportdirektor zu beenden“, erklärte Wagner.
„Wir bedauern die Entscheidung von Michi Wagner sehr, da er die Austria sowohl fachlich als auch menschlich bereichert hat“, sagte Präsident Kurt Gollowitzer.
„Wir wollen eine Balance zwischen verschiedenen Rollen im Kader schaffen. Eine wichtige Säule sollen hier natürlich unsere Eigengewächse darstellen, wofür wir aber die Durchlässigkeit in den Profibereich alle gemeinsam erhöhen müssen. Damit setzen wir auf eine Herangehensweise, für die es Geduld sowie auch das Vertrauen aller braucht, uns aber nachhaltig in eine erfolgreiche Zukunft führen soll“, erklärte AG-Vorstand Harald Zagiczek, der mit Präsident Kurt Gollowitzer Wagner verpflichtete.
Dem Nachwuchs will die Austria künftig ja noch mehr Wichtigkeit geben. „Das war schon seit längerer Zeit ein Wunsch von mir, die Austria muss jetzt einmal eine Philosophie definieren. Nur mit der Jugend wird man aber sicher keine Berge versetzen. Ein wesentlicher Faktor soll eine ausgewogene Kaderstruktur mit Eigengewächsen, Unterschiedsspielern und routinierten Stützen sein. Klar ist aber auch, dass wir hier von einem langfristigen Plan sprechen, der nicht von heute auf morgen greifen wird“, sagte Wagner bei seinem Amtsantritt. Der mit seinen Geschäftspartnern und Unternehmen in der Privatwirtschaft vor seiner Funktion als Sportdirektor sehr erfolgreich war. „Für eine Veränderung hätte es keinen logischen Grund gegeben. Aber mein violettes Herz hat sich doch für diese neue Herausforderung entschieden“, stellte Wagner Ende November gegenüber der „Krone“ klar.
Kein Nachfolger
Die jedoch schon wieder Geschichte ist, mit dem Gedanken dürfte Wagner aber schon seit längerer Zeit gespielt haben. Österreichs zehnfacher Teamspieler wollte vermutlich den für ihn richtigen Zeitpunkt finden, nicht während der Saison der Profis sowie vor dem Liga-Showdown der Frauen Unruhe reinbringen. Mit Akademieleiter Manuel Takacs und Robert Urbanek (Technischer Direktor) arbeitete Wagner in sämtlichen sportlichen Bereichen sehr gut und eng zusammen. Was mit Zorn nie wirklich der Fall war. Takacs und Urbanek bleiben weiterhin an Bord, Wagners Position wird nicht nachbesetzt. In Favoriten bleibt auch die spielfreie Zeit turbulent!
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